Schraubenlose Zahnimplantate: Definition, technischer Aufbau und verbreitete Irrtümer

„Schraubenlose Zahnimplantate“ ist ein Sammelbegriff für 3 verschiedene Dinge: meistens eine Krone, die ohne Schraube auf dem Implantat hält, seltener ein Aufbau, der ohne Schraube in das Implantat gedrückt wird, und manchmal schlicht kleine Implantate, sogenannte Mini-Implantate. Dabei wird fast jedes Implantat, also die künstliche Zahnwurzel, mit seinem Gewinde in den Knochen eingedreht. Als Kieferchirurg bringe ich das Implantat in ein millimetergenau vorbereitetes Knochenbett ein, damit es in der gewünschten Position bleibt, bis der Knochen fest mit ihm verwächst.

Dr. Stefan Triebswetter
Fachzahnarzt für Oralchirurgie · Implantologe M.Sc. · Parodontologe M.Sc.
Implantologie und Knochenaufbau DGI · DGZMK · BDO

Wenn meine Patienten nach „Zahnimplantaten ohne Schrauben“ fragen, steht dahinter meist ein Unbehagen. Sie denken an spitze Schrauben, die man aus dem Alltag kennt, und wünschen sich deshalb eine „schraubenlose“ Lösung. In diesem Ratgeber zeige ich Ihnen, wo an einem Zahnimplantat Schrauben sitzen, was der Begriff „schraubenlos“ tatsächlich meint und was beim Setzen eines Implantats in Ihrem Kiefer passiert.

Das Wichtigste auf einen Blick
Die Vorstellung einer „Schraube im Mund“ macht vielen Patienten Angst. Die Angst gilt dabei vor allem dem Wort, nicht dem Bauteil.
3 Bedeutungen von „schraubenlos“: eine Krone, die mit Zement oder Konus statt mit einer Schraube hält; ein Aufbau, der in das Implantat gedrückt statt geschraubt wird; oder Mini-Implantate, die zwar ein Gewinde haben, aber oft aus einem Stück bestehen und ohne Halteschraube auskommen.
Die verschraubte Krone ist heute der Standard: Eine kleine Halteschraube verbindet dabei die Krone mit dem Implantat und sorgt für sicheren Halt.
Das Gewinde hält das Implantat nur in den ersten Wochen, danach wächst der Knochen fest an ihm an.
Für Senioren sind Knochenangebot, Allgemeinzustand und Medikamente wichtigere Faktoren als die Bauform des Implantats.
Der Festzuschuss der Kasse ist bei jeder Bauform gleich.

Wo an einem Zahnimplantat Schrauben sitzen

Wer von einem Zahnimplantat spricht, beschreibt es gern als „Schraube im Kiefer“. Eine Implantatversorgung besteht meist aus 3 Teilen: dem Implantatkörper im Knochen, dem Aufbau und der sichtbaren Krone. An 2 Stellen kann dabei eine Schraube sitzen:

1. Der Implantatkörper: Geformt wie eine Schraube

Der Implantatkörper ist die künstliche Zahnwurzel: ein Zylinder aus Titan oder Zirkoniumdioxid (Keramik), 3 bis 5 Millimeter dick und 8 bis 14 Millimeter lang. Sein Außengewinde gibt ihm in den ersten Wochen Halt im Knochen; danach wächst der Knochen direkt an die Oberfläche an (Osseointegration).

Querschnitt durch den Unterkiefer: Ein dunkelgraues Implantat mit Außengewinde steckt zu drei Vierteln im Kieferknochen, darunter das vorbereitete Knochenbett, ein blauer Pfeil zeigt die Drehrichtung, links und rechts die Nachbarzähne
Abb. 1: Implantatkörper mit Gewinde im Kieferknochen

2. Die Halteschraube: Verbindet Implantat, Aufbau und Krone

Der Aufbau (Abutment) ist das Verbindungsstück zwischen Implantat und Krone. In der Regel hält eine Halteschraube Aufbau und Krone fest auf dem Implantat. Ihr Zahnarzt dreht diese kleine Schraube durch einen Kanal in der Krone ins Innere des Implantats und verschließt den Kanal danach. Mit einer Schraube aus dem Baumarkt hat sie wenig gemein: Sie ist nur wenige Millimeter lang und hat keine scharfen Kanten.

Längsschnitt durch Krone, Aufbau und Implantat im Kieferknochen: Eine schlanke graue Halteschraube reicht vom Aufbau bis ins Innere des Implantats, der Kanal in der Krone ist oben verschlossen
Abb. 2: Halteschraube sichert den Verbund aus Krone, Aufbau und Implantat

Bei sogenannten einteiligen Implantaten bilden Aufbau und Implantat eine feste Einheit. Weil kein separater Aufbau verschraubt werden muss, kommen solche Versorgungen ohne Halteschraube aus. Die Krone wird zementiert oder verklebt.

Die 3 Bedeutungen von „schraubenlos“ im Vergleich

1. Krone ohne Schraube: Zementiert oder konisch

Wer von „schraubenlosen Zahnimplantaten“ spricht, meint in der Regel eine Krone, die ohne Schraube hält.

Eine Krone lässt sich auf 3 Wegen befestigen:

Kriterium1. Verschraubte Krone2. Zementierte Krone3. Konische Krone (Friction-Fit, konometrisch)
HaltSchraube durch die Krone in das ImplantatZement zwischen Krone und AufbauReibung zwischen 2 exakt gefrästen Konusflächen
Sichtbarkeitkleiner verschlossener Kanal in der Kaufläche, bei Frontzähnen auf der Rückseitekeine Öffnungkeine Öffnung
Bekannter SchwachpunktSchraube kann sich lockern: Studien beziffern das auf 5–12 % der Einzelkronen im ZeitverlaufZementreste unter dem Zahnfleisch gelten als eine Ursache für Entzündungen am Implantat (Periimplantitis)Haftkraft kann nachlassen; Kontrolle durch die Praxis nötig
Abnehmbar für Reparaturjakaum ohne Schaden an der Kroneja: mit Spezialinstrument des Herstellers
VerbreitungStandardfrüher Standard, heute seltenerselten
3 Querschnitte nebeneinander durch Krone, Aufbau und Implantat im Kieferknochen: links mit Halteschraube und verschlossenem Kanal, in der Mitte mit dünner Zementschicht zwischen Krone und Aufbau, rechts mit kegelförmigem Aufbau ohne Schraube und ohne Zement; die Verbindungsstellen sind hell hervorgehoben
Abb. 3: Krone-Implantat-Befestigungen im Vergleich (verschraubt, zementiert, konisch)

Die verschraubte Krone ist heute der Standard, weil sie sich jederzeit abnehmen lässt und keinen Zement unter dem Zahnfleisch hinterlässt. Ihr Schwachpunkt ist die Schraube selbst: Bei etwa 1 von 10 Kronen muss der Zahnarzt die Schraube im Laufe der Jahre nachziehen. Welche Verbindung Ihre Krone bekommt, entscheiden Sie mit Ihrem Hauszahnarzt und dem Zahnlabor. Ich plane und setze das Implantat.

2. Aufbau ohne Schraube: Die Presspassung

Beim Locking-Taper-System wird der Aufbau in das Implantat gedrückt. Die Halteschraube, die ihn sonst mit dem Innengewinde des Implantats verbindet, entfällt. Anders als bei der konischen Krone sitzt die Reibverbindung hier eine Ebene tiefer: zwischen Aufbau und Implantat, nicht zwischen Krone und Aufbau. Solche Systeme sind allerdings Nischenprodukte. Nur wenige Praxen verwenden sie, die Studienlage ist dünner als bei verschraubten Aufbauten, und alle Bauteile stammen von einem einzigen Hersteller. Muss Ihre Krone einmal repariert oder erneuert werden, brauchen Sie eine Praxis, die das System kennt und nutzt. Ich setze deshalb Implantate mit Innengewinde, in die der Aufbau geschraubt wird. Die Haltbarkeit verschraubter Aufbauten ist über Jahrzehnte durch eine umfangreiche Studienlage belegt. Zudem kennen fast alle Zahnarztpraxen diese Verbindung, etwa wenn Sie im Urlaub einmal Hilfe brauchen. Implantate, die selbst ohne Gewinde in den Knochen gedrückt werden, gibt es auch; sie werden heute aber praktisch nicht mehr gesetzt.

Querschnitt durch den Unterkiefer: In einem kurzen Implantat mit waagerechten Plateaus steckt ein glatter, kegelförmiger Aufbau ohne Schraube, ein blauer Pfeil zeigt von oben die Richtung, in die der Aufbau gedrückt wird
Abb. 4: In das Implantat gedrückter Aufbau (ohne Schraube)

3. Mini-Implantate: Immer schraubenlos?

Manchmal werden „schraubenlose Zahnimplantate“ mit Mini-Implantaten gleichgesetzt, wobei das nicht immer korrekt ist. Mini-Implantate sind dünner als Standardimplantate und werden genauso in den Knochen gedreht. Sie stabilisieren Prothesen, wenn der Kieferknochen für Standardimplantate zu schmal ist. Oft sind Mini-Implantate einteilig (Implantatkörper und Aufbau bilden eine Einheit) und werden ohne Halteschraube mit der Krone verbunden – daher auch die Bezeichnung als „schraubenloses Implantat“. Auf ein einteiliges Implantat wird die Krone zementiert oder verklebt. Allerdings gibt es auch zweiteilige Mini-Implantate, die per Halteschraube mit der Krone verbunden werden. Mini-Implantate sind also nicht immer „schraubenlos“.

„Implantat ohne Schraube“: 4 Befürchtungen und was tatsächlich passiert

Ein Implantat hat in der Regel ein Gewinde und wird in den Kiefer gedreht. Das Bild der Schraube liegt also nahe, doch es weckt bei einigen Patienten Vorstellungen von spitzem Metall und großen Bohrern. Die folgenden 4 Befürchtungen höre ich in meinen Beratungsgesprächen am häufigsten. Vielleicht erkennen Sie eine davon wieder. Ich beschreibe jeweils, was tatsächlich passiert, und möchte die Sorgen damit einordnen.

Die BefürchtungWas tatsächlich passiert
„Etwas wird mit Kraft in meinen Kiefer geschraubt, das muss wehtun.“Das Implantat kommt in ein Bett, das ich vorher genau auf seinen Durchmesser aufbereite. Unter Betäubung spüren Sie keinen Schmerz, höchstens Druck.
„Eine Schraube aus Metall bleibt für immer in meinem Knochen.“Ein Implantat besteht meist aus Titan, einem Werkstoff, den der Körper gut verträgt und den die Medizin seit Jahrzehnten einsetzt. Alternativ kann ein Keramikimplantat gesetzt werden.
„Schrauben lösen sich irgendwann, dann wackelt mein Implantat.“Ein eingeheiltes Implantat lässt sich nicht losdrehen; es ist fest mit dem Knochen verwachsen. Lockern kann sich die Halteschraube unter der Krone. Das behebt Ihr Zahnarzt in einem kurzen Termin.
„Am fertigen Zahn sieht man ein Schraubenloch.“Bei Frontzähnen liegt der Schraubenkanal auf der Rückseite. Ihr Zahnarzt verschließt ihn; danach ist er kaum zu sehen.

Wie ein Implantat in den Kiefer kommt

Ich setze ein Implantat in 4 Schritten:

  1. Planen: Auf einer 3D-Aufnahme (DVT) sehe ich, wo im Unterkiefer der Nerv verläuft, wie weit im Oberkiefer die Kieferhöhle herunterreicht und wie viel Knochen Ihnen an dieser Stelle zur Verfügung steht. Daraus lege ich vor dem Eingriff Position, Durchmesser, Länge und Winkel des Implantats fest.
  2. Schmerz ausschalten: Der Eingriff findet unter örtlicher Betäubung statt, auf Wunsch auch im Dämmerschlaf. Sie spüren dabei Druck und Vibration, keinen Schmerz.
  3. Knochenbett aufbereiten: Mit feinen Bohrern erweitere ich das Knochenbett Schritt für Schritt bis auf den Durchmesser des Implantats – der ist im Schnitt übrigens kleiner als ein Maiskorn. Das Gewinde des Implantats findet so ein passgenaues Bett vor.
  4. Implantat setzen: Ich drehe das Implantat so weit in das Knochenbett, bis es fest sitzt. Das Gewinde verankert das Implantat für die ersten Wochen, bis der Knochen fest mit ihm verwachsen ist.

Ein eingeheiltes Implantat kann sich deshalb nicht losdrehen wie eine Schraube. Lockert es sich Jahre später doch, liegt das fast immer an Knochenabbau. Dem beugen Sie mit Nachsorge und Implantatpflege vor.

Auch das Material ist seit Jahrzehnten erprobt: Zahnimplantate bestehen in der Regel aus Titan. Es ist hochverträglich (biokompatibel) und der Knochen wächst direkt daran an. Eine echte Titanunverträglichkeit scheint sehr selten zu sein, wobei die Studienlage nicht eindeutig ist. Möchten Sie kein Titanimplantat, ist Zirkoniumdioxid (Keramik) die Alternative. Den Vergleich beider Materialien finden Sie im Fachbeitrag Keramik- oder Titan-Implantat.

Die tatsächlichen Risiken einer Implantation liegen woanders als in der Bauform: eine Wundinfektion in den ersten Tagen, eine vorübergehende Gefühlsstörung an Lippe oder Kinn, wenn das Implantat nah am Unterkiefer-Nerv sitzt, und Jahre später eine Entzündung am Implantat (Periimplantitis). Der Gefühlsstörung beuge ich mit der 3D-Planung vor: Den Abstand zum Nerv messe ich vorher aus. Wundinfektion und Periimplantitis hängen von Wundpflege und Nachsorge ab: Wenn Sie sich an die Empfehlungen halten und Ihr Implantat regelmäßig kontrollieren und professionell reinigen lassen, bleibt das Risiko gering.

Schraubenlose Zahnimplantate für Senioren: Was wirklich zählt

Hinter der Suche nach schraubenlosen Zahnimplantaten steht oft die Annahme, ein Gewindeimplantat sei für ältere Menschen zu belastend. Das Alter allein ist jedoch kein Ausschlussgrund für ein Implantat, und die Bauform spielt für die Belastung des Eingriffs keine Rolle. Ob ein Implantat für Sie infrage kommt, entscheiden diese 3 Dinge:

  1. Knochenangebot: Fehlt ein Zahn schon lange, ist der Kiefer dort oft schmaler geworden. Dann sind kürzere oder dünnere Implantate, ein Knochenaufbau oder Mini-Implantate Optionen.
  2. Allgemeinzustand: Implantate sind oft trotz Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Osteoporose möglich. Ich stimme das Vorgehen vor dem Eingriff mit Ihrem Hausarzt ab.
  3. Medikamente: Gerinnungshemmer und bestimmte Osteoporose-Medikamente (Bisphosphonate) verändern den Ablauf: Ich passe den Eingriff daran an und begleite die Heilung enger.

Bringen Sie zum Beratungsgespräch Ihre aktuelle Medikamentenliste und den Namen Ihres Hausarztes mit. Daran sehe ich, welche Vorerkrankungen ich beim Eingriff berücksichtigen muss. Passt ein Implantat nicht zu Ihrer Situation oder ist es wegen Vorerkrankungen nicht möglich, berate ich Sie zu Alternativen.

Wann eine schraubenlose Krone sinnvoll ist: Entscheidungshilfe

Wer sich eine Krone ohne Schraube wünscht, hat dafür meistens einen dieser 2 Gründe:

  1. Hoher ästhetischer Anspruch im Frontzahnbereich: Eine zementierte oder konische Krone hat keinen Schraubenkanal und kein Verschlussmaterial. Sie ist damit noch unauffälliger als eine verschraubte Krone mit verdecktem Kanal.
  2. Schraubenlockerung an einer vorhandenen Krone: Konische Verbindungen lassen sich bei einigen Systemen nachrüsten und beheben das Problem.

Die Angst vor dem Eingriff, die Sorge vor einem Fremdkörper oder ein hohes Alter sprechen nicht für eine Krone ohne Schraube: An keinem dieser 3 Punkte ändert die Kronenverbindung etwas.

In manchen Fällen ist die Frage nach der Krone noch gar nicht die richtige: Nicht jede Zahnlücke braucht ein Implantat. Ob in Ihrer Situation ein Implantat, eine Brücke oder eine Prothese die sinnvollere Versorgung ist, kläre ich mit Ihnen im Beratungsgespräch.

Was schraubenlose Zahnimplantate kosten

Für den Zuschuss der gesetzlichen Krankenkasse spielt die Kronenverbindung keine Rolle: Sie zahlt den Festzuschuss nach Befund. Das Implantat selbst bleibt Privatleistung, unabhängig von seiner Bauform. Die geplanten Kosten nennt der Heil- und Kostenplan Ihres Hauszahnarztes, den chirurgischen Teil ergänze ich. Was eine Implantatversorgung insgesamt kostet, erfahren Sie im Ratgeber Was ein Zahnimplantat kostet.

Fazit

Wer „schraubenlose Implantate“ sucht, meint meistens die Verbindung zur Krone – nicht das Implantat. Die Schraube, die sich lockern kann, ist die Halteschraube unter der Krone. Auch wenn verschraubte Kronen heute der Standard sind, existieren schraubenlose Verbindungen – sie wirken sich vor allem auf die Ästhetik aus. Fürchten Sie dagegen den Eingriff oder schlicht die Vorstellung einer „Schraube im Mund“, liegt die Antwort nicht in der Bauform des Implantats, sondern in der Aufklärung.

Wenn Sie wissen möchten, ob und welches Implantat in Ihrer Situation sinnvoll ist: Vereinbaren Sie einen Beratungstermin in der Kieferchirurgie Niendorf. Ich zeige Ihnen anhand Ihrer 3D-Aufnahme, wie viel Knochen Ihnen zur Verfügung steht, wo das Implantat sitzen würde und was Sie beim Eingriff erwartet.

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Vereinbaren Sie Ihren Beratungstermin – unverbindlich und ohne Warteschleife. Ich bespreche gern mit Ihnen, welche Optionen für Ihre Situation infrage kommen.

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Häufige Fragen zu schraubenlosen Zahnimplantaten

„Schraubenlose Zahnimplantate“ ist ein Sammelbegriff für 3 verschiedene Dinge: eine Krone, die ohne Schraube (per Zement oder Konus) auf dem Implantat hält, ein Aufbau, der ohne Schraube in das Implantat gedrückt wird, oder umgangssprachlich Mini-Implantate. Der Wunsch nach einem „schraubenlosen Implantat“ bezieht sich meistens auf die Verbindung zur Krone.
Ja, aber sie werden heute praktisch nicht mehr gesetzt. Gemeint sind Implantate, die ohne Gewinde in den Knochen gedrückt werden. Anders funktioniert das Locking-Taper-System: Dort wird nicht das Implantat, sondern der Aufbau ohne Schraube in das Implantat gedrückt. Nur wenige Praxen nutzen dieses System, die Studienlage ist dünner als bei verschraubten Aufbauten, und alle Teile stammen von einem Hersteller.
Nein. Das Implantat wird unter örtlicher Betäubung, auf Wunsch im Dämmerschlaf, in ein vorher passgenau aufbereitetes Knochenbett gedreht. Sie spüren Druck und Vibration, keinen Schmerz. In den Tagen danach sind Schwellung und Wundschmerz normal und lassen sich mit Schmerzmitteln gut bewältigen.
Ein eingeheiltes Implantat kann sich nicht losdrehen, weil es fest im Knochen verankert ist. Lockern kann sich die kleine Schraube, die Implantat und Krone verbindet. Studien beziffern das auf 5 bis 12 % der verschraubten Einzelkronen. Das Ganze ist schnell behoben: Ihr Zahnarzt zieht die Schraube in einem kurzen Termin nach.
Nein. Das Alter allein ist kein Ausschlussgrund für ein Implantat, unabhängig von seiner Bauform. Entscheidend sind das Knochenangebot, der Allgemeinzustand und Medikamente wie Gerinnungshemmer oder Bisphosphonate. Bringen Sie zum Beratungsgespräch Ihre aktuelle Medikamentenliste mit.
Die Kasse zahlt bei jeder Bauform denselben Festzuschuss für den Zahnersatz, das Implantat selbst bleibt Privatleistung. Eine konische Krone kann wegen der Laborpräzision mehr kosten als eine verschraubte. Den Betrag für Ihre Situation nennt der Heil- und Kostenplan.

Quellen (6)

  1. 1
    Stanbouly D, et al.: Design and the future of locking-taper screwless and cementless dental implants. Frontiers of Oral and Maxillofacial Medicine, 2024.
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    Jung RE, Pjetursson BE, Glauser R, et al.: A systematic review of the 5-year survival and complication rates of implant-supported single crowns. Clinical Oral Implants Research 2008;19:119–130.
  3. 3
    Katsavochristou A, Koumoulis D: Incidence of abutment screw failure of single or splinted implant prostheses. Journal of Oral Rehabilitation 2019;46:776–786.
  4. 4
    Dentsply Sirona: Acuris conometric concept (Produktinformation).
  5. 5
    Bicon Dental Implants: The locking taper connection (Herstellerinformation).
  6. 6
    Münchener Verein: Mini-Implantate – Kosten, Behandlung und Vorteile (Ratgeber, 31. August 2023).
Dr. Stefan Triebswetter

Über den Autor

Dr. Stefan Triebswetter · Fachzahnarzt für Oralchirurgie

Dr. Stefan Triebswetter ist Fachzahnarzt für Oralchirurgie, Implantologe (M.Sc.) und Parodontologe (M.Sc.) in der Kieferchirurgie Hamburg-Niendorf. Seine Schwerpunkte sind Implantologie, Knochenaufbau und navigierte Chirurgie. Er ist Referent für Kieferchirurgie und Mitglied der DGI, DGZMK und des BDO.

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Fachzahnarzt Oralchirurgie M.Sc. Implantologie M.Sc. Parodontologie Referent Kieferchirurgie DGI DGZMK BDO