Periimplantitis: Ursachen, Symptome und Therapie der Implantat-Entzündung – vom Kieferchirurgen erklärt

Periimplantitis (Implantat-Entzündung) ist die häufigste Komplikation, die langfristig nach einer Zahnimplantation auftreten kann. In diesem Fachbeitrag erkläre ich Ihnen, wie Sie eine Implantat-Entzündung erkennen, wie sie sich behandeln lässt und wie Sie Ihre Implantate langfristig schützen – evidenzbasiert, mit Bezug zur aktuellen Leitlinie und aus chirurgischer Perspektive.

Dr. Stefan Triebswetter – Kieferchirurg für Periimplantitis-Therapie in Hamburg
Fachzahnarzt für Oralchirurgie · M.Sc. Implantologie
DGI DGZMK BDO
Das Wichtigste auf einen Blick
12–22 % aller Implantat-Patienten entwickeln eine Periimplantitis
Verläuft oft schmerzfrei: durch regelmäßige Nachsorge früh erkennbar und therapierbar
Gründliche Hygiene schützt: Implantate und umliegendes Zahnfleisch brauchen spezifische Reinigung
Nachsorge beugt vor: regelmäßige Kontrolltermine (alle 6 Monate) sichern Langlebigkeit des Implantats

Was ist Periimplantitis?

Periimplantitis ist eine bakterielle Entzündung des Gewebes um ein Zahnimplantat, die auf den Knochen übergeht und zu Knochenabbau führen kann. Bleibt sie unbehandelt, kann sie zum Verlust des Implantats und des umgebenden Knochens führen.1 Sie ist die häufigste Langzeitkomplikation nach einer Zahnimplantation und betrifft nach aktuellen Studien 12–22 % aller Implantate.2

Ein Vergleich mit der Parodontitis (Zahnbetterkrankung) ist hilfreich: Sie betrifft den Knochen eines natürlichen Zahns – die Periimplantitis den eines Implantats. Der Unterschied: Eine Periimplantitis schreitet oft schneller voran, weil um das Implantat die Abwehrbarriere eines natürlichen Zahns – die sogenannten Sharpey'schen Fasern – fehlt. Sie wirkt bei natürlichen Zähnen wie ein biologisches Schutzschild zwischen Knochen und Zahnfleisch. Am Implantat verlaufen die Bindegewebefasern lediglich parallel zur Oberfläche, ohne echte Verankerung, was ihre Schutzwirkung verringert.8

Die gute Nachricht: Periimplantitis ist vermeidbar und besonders im Frühstadium gut behandelbar. In diesem Fachbeitrag erkläre ich Ihnen, worauf es ankommt für rechtzeitige Maßnahmen.

Mukositis vs. Periimplantitis: Der Unterschied

Nicht jede Entzündung am Implantat ist gleich Periimplantitis. Es gibt zwei Formen der Entzündung, und sie zu unterscheiden bestimmt die Art der Behandlung:1

Mukositis ist eine Entzündung des Zahnfleischs um das Implantat, bei der der Knochen noch intakt ist. Stellen Sie sich das wie eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) an einem natürlichen Zahn vor – unangenehm, aber vollständig heilbar.

Periimplantitis geht einen Schritt weiter: Hier ist neben dem Zahnfleisch auch der Knochen betroffen und wird abgebaut. Die Behandlung einer Periimplantitis ist deutlich komplexer als die Behandlung einer Zahnfleischentzündung.

KriteriumMukositisPeriimplantitis
Was passiert?Zahnfleisch entzündetZahnfleisch entzündet und Knochen wird abgebaut
Vergleichbare Erkrankung am natürlichen ZahnGingivitis (Zahnfleischentzündung)Parodontitis (Zahnbettentzündung)
Bluten beim Sondierenan ≥ 2 Stellen pro Implantatan ≥ 2 Stellen pro Implantat
Taschentiefenormal oder leicht erhöht≥ 6 mm oder zunehmend
Knochenabbaukeiner≥ 3 mm unterhalb der Implantatschulter
Heilbar?ja – vollständig reversibelbehandelbar, aber Knochen wächst nur begrenzt nach
Wie häufig?ca. 43 % aller Implantateca. 12–22 % aller Implantate

Die diagnostischen Schwellenwerte (Taschentiefe, Knochenabbau) basieren auf der internationalen Klassifikation periimplantärer Erkrankungen von 2018.1 Wichtig für Sie: Damit Ihr Zahnarzt Veränderungen überhaupt erkennen kann, braucht er einen Ausgangsbefund – die sogenannte Referenzmessung. Diese sollte spätestens 3 Monate nach Eingliederung Ihres Zahnersatzes erhoben werden.3

Wie häufig tritt Periimplantitis auf?

Periimplantitis ist keine Seltenheit. Eine systematische Übersichtsarbeit von Derks & Tomasi (2015) zeigt:4

ca. 43 %
Mukositis: Fast jedes zweite Implantat zeigt im Lauf der Zeit Zeichen einer Weichgewebeentzündung.
12–22 %
Periimplantitis: Bei etwa jedem fünften Implantat kommt es zu entzündlich bedingtem Knochenabbau, der ohne Behandlung fortschreitet.

In Patientenzahlen bedeutet das: Von 100 Patienten mit Implantaten werden etwa 12 bis 22 früher oder später eine Periimplantitis entwickeln.2 Das klingt besorgniserregend, aber die Mehrheit dieser Fälle wäre durch konsequente Nachsorge vermeidbar. Diese Zahlen unterstreichen, warum ich jedem Implantat-Patienten die strukturierte Nachsorge (SIT) dringend empfehle.

Symptome: Woran erkenne ich eine Implantat-Entzündung?

Periimplantitis ist tückisch: Sie verläuft zunächst schmerzfrei – zumindest in den frühen und mittleren Stadien. Viele Patienten bemerken sie erst, wenn der Knochen bereits erheblich abgebaut hat. Damit sie frühzeitig erkannt wird, ist die regelmäßige Nachsorge so wichtig.

Frühzeichen (Mukositis-Stadium)

Im Frühstadium treten häufig diese Symptome auf, die Sie unbedingt beobachten sollten:

  • Zahnfleischbluten am Implantat beim Zähneputzen oder bei der Interdentalreinigung,
  • Rötung und Schwellung des Zahnfleischs um das Implantat,
  • leichter Druckschmerz bei Berührung.

Spätzeichen (Periimplantitis)

  • Eiterung (Suppuration) aus der periimplantären Tasche,
  • Zahnfleischrückgang am Implantat – die Implantatschulter wird sichtbar,
  • unangenehmer Geschmack oder Mundgeruch im Bereich des Implantats,
  • Lockerung des Implantats (erst im Spätstadium) – dann ist der Knochenabbau bereits weit fortgeschritten.

Sie bemerken eines dieser Symptome bei sich? Melden Sie sich sofort bei Ihrem Implantologen oder Hauszahnarzt. Je früher eine Periimplantitis erkannt wird, desto besser die Behandlungsprognose.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Hauptursache für Periimplantitis ist ein bakterieller Biofilm (Plaque), der sich an der Implantat-Oberfläche festsetzt und dort eine Entzündungsreaktion auslöst. Bei manchen Patienten geht diese Reaktion, die zur Bekämpfung der Bakterien gedacht ist, über ihr Ziel hinaus und greift auf den Knochen über, was Knochenabbau zur Folge hat.2

Gut erforschte Risikofaktoren

Schlechte Mundhygiene ist der Risikofaktor, auf den Sie als Patient den größten Einfluss haben.

Wer eine Parodontitis-Vorgeschichte hat, hat auch ein deutlich höheres Risiko für eine Periimplantitis. Eine konsequente Vorbehandlung ist deshalb entscheidend.

Fehlende Nachsorge steigert das Risiko einer Periimplantitis deutlich.2 Nehmen Sie also unbedingt die Kontrolltermine wahr, um Ihr Implantat langfristig zu schützen.

Risikofaktoren mit begrenzter Evidenz

Rauchen beeinträchtigt die Durchblutung und Immunabwehr des periimplantären Gewebes.

Diabetes ist insbesondere bei schlechter metabolischer Kontrolle (HbA1c > 7 %) ein Faktor.

Zementreste können eine Entzündung auslösen – etwa, wenn Befestigungszement nicht vollständig entfernt wurde.

Dr. Stefan Triebswetter – Periimplantitis-Spezialist Hamburg

Periimplantitis ist in den meisten Fällen eine Folge von schlechter Mundhygiene und fehlender Nachsorge. Hier ist Ihr Einsatz als Patient gefragt, um den langfristigen Erfolg zu sichern.

Diagnostik: So untersuche ich Ihr Implantat

Die Diagnostik der Periimplantitis basiert auf klinischen und röntgenologischen Parametern. Die EFP S3-Leitlinie (Herrera et al. 2023) empfiehlt folgendes Vorgehen, das ich auch in meiner Praxis anwende:3

Auf Blutung sondieren (auch: Bleeding On Probing, BOP): Ich taste mit einer feinen Sonde vorsichtig den Spalt zwischen Zahnfleisch und Implantat ab – und zwar an sechs Stellen pro Implantat. Wenn das Zahnfleisch dabei an zwei oder mehr Stellen blutet, liegt mindestens eine Mukositis vor. Das Sondieren fühlt sich für Patienten ähnlich an wie eine normale Zahnfleischkontrolle und ist nicht schmerzhaft.

Taschentiefe messen (Sondierungstiefe): Als nächstes messe ich mit einer Sonde den Spalt zwischen Zahnfleisch und Implantat. Je tiefer die Sonde eindringen kann, desto mehr Gewebe hat sich bereits vom Implantat gelöst. Entscheidend ist dabei der Vergleich mit früheren Messungen: Wird die Tasche tiefer, ist das ein Warnsignal – unabhängig vom absoluten Wert.

Eiterung (Suppuration): Wenn beim Sondieren Eiter austritt, ist das ein sicheres Zeichen für eine aktive, behandlungsbedürftige Entzündung.

Röntgenbilder anfertigen: Erst wenn ein klinischer Verdacht auf Periimplantitis besteht (Bluten auf Sondierung, zunehmende Taschentiefe, Eiterung), ist ein Röntgenbild sinnvoll. Ich rate von routinemäßigen jährlichen Röntgenkontrollen ab, da die klinischen Parameter (Sondierung, Blutung) für die Früherkennung bessere Ergebnisse zeigen.8

Wenn der Verdacht besteht, dass bereits ein ausgedehnter Knochenabbau stattgefunden hat, erstelle ich eine DVT-Aufnahme (3D-Röntgen), weil sie das Knochenprofil deutlich besser darstellt als ein konventionelles 2D-Röntgenbild.

Die 3 Stadien der Periimplantitis

Eine Periimplantitis verläuft in 3 Stadien. Die Behandlungsstrategie hängt davon ab, in welchem dieser Stadien ich die Periimplantitis diagnostiziere:

1

Früh (Mukositis)

BOP ≥ 2 Stellen, kein Knochenabbau. Vollständig reversibel. Therapie: professionelle Reinigung, Mundhygieneinstruktion.

2

Moderat (frühe PI)

BOP, ST ≥ 6 mm, Knochenabbau ≤ 25 % der Implantatlänge. Behandelbar. Therapie: konservativ + ggf. chirurgisch.

3

Fortgeschritten

BOP, ST > 6 mm, Knochenabbau > 25 %, ggf. Suppuration. Chirurgische Therapie erforderlich. Prognose abhängig vom Defekt.

Sollte sich das Implantat bereits lockern, muss es in der Regel entfernt werden. Mein Ziel ist es daher, eine Periimplantitis so früh wie möglich zu erkennen, bevor es so weit kommt.

Konservative Therapie: Behandlung ohne OP

Bei Mukositis und früher Periimplantitis ist eine sogenannte konservative Therapie die erste Wahl. Ziel ist die vollständige Entfernung des Biofilms von der Implantat-Oberfläche, damit die Entzündung nicht weiter fortschreiten kann und abklingt:3

Biofilm mechanisch entfernen
Der bakterielle Belag (Biofilm) wird mit speziellen Instrumenten von der Implantat-Oberfläche entfernt – entweder mit Titan-Küretten (Handinstrumente, die die Implantat-Oberfläche nicht beschädigen), Kunststoff-Scalern oder Ultraschall-Aufsätzen, die speziell für Implantate konstruiert sind.

Mit Air-Flow reinigen
Ein Verfahren, bei dem ein feines Pulver (Glycin oder Erythritol) mit Druckluft und Wasser auf die Implantat-Oberfläche gestrahlt wird – wie bei einer professionellen Zahnreinigung. Das Pulver erreicht die mikroskopische Oberflächenstruktur des Implantats und entfernt den Biofilm dort, wo Handinstrumente nicht hinkommen.

Antiseptisch behandeln
Eine Mundspülung mit Chlorhexidin (0,1–0,2 %) kann die mechanische Therapie unterstützen. Auch lokale Antibiotika (z. B. Minocyclin-Gel), die etwa als Gel oder Salbe in die Tasche eingebracht werden, können helfen.

Mundhygiene überprüfen
Ohne verbesserte Pflege zuhause scheitert jede Therapie: Ich gehe mit betroffenen Patienten deshalb darauf ein, wie sie ihr Implantat am besten reinigen – mit Interdentalbürste, Superfloss und elektrischer Zahnbürste mit Drucksensor.

Systemische Antibiotika
Die EFP-Leitlinie 2023 gibt eine zurückhaltende Empfehlung für die Einnahme systemischer Antibiotika. Sie sollten nur bei schwerem Verlauf oder als Ergänzung zur chirurgischen Therapie eingesetzt werden, nicht routinemäßig.3

Chirurgische Therapie: Behandlung mit OP

Wenn die konservative Therapie nicht ausreicht – insbesondere bei fortgeschrittenem Knochenabbau – ist in der Regel ein chirurgischer Eingriff notwendig. In meiner Praxis biete ich alle gängigen Verfahren dafür an:5

Access Flap Debridement (offene Kürettage)

Ich eröffne das Zahnfleisch chirurgisch, um die kontaminierte Implantat-Oberfläche direkt einzusehen und gründlich zu reinigen. Das ist die Basis jeder chirurgischen Periimplantitis-Therapie.

Implantoplastik

Ein Verfahren, das nur wenige Praxen anbieten: Wenn die raue Oberfläche des Implantats durch Knochenabbau freiliegt, haftet der Biofilm an diesen Stellen besonders hartnäckig – ähnlich wie Schmutz auf einer rauen Hauswand. Bei der Implantoplastik glätte ich die freiliegenden Gewindegänge mit rotierenden Diamantinstrumenten. Die geglättete Oberfläche lässt sich anschließend deutlich leichter reinigen – sowohl professionell als auch durch Sie zu Hause. Dieses Verfahren wird häufig mit einer augmentativen Therapie kombiniert, bei der der verlorengegangene Knochen um das Implantat wieder aufgebaut wird.5

Resektive Therapie

Bei horizontalem Knochenabbau glätte ich den Knochen (Osteoplastik) und führe eine Implantoplastik durch. So lässt sich – gerade bei flachen und horizontalen Knochendefekten – eine Situation schaffen, die eine Reinigung durch den Patienten wieder möglich macht.

Augmentative (regenerative) Therapie

Bei tiefen, kraterförmigen Knochendefekten rund um das Implantat fülle ich den entstandenen Hohlraum mit Knochenersatzmaterial auf und decke ihn mit einer resorbierbaren Membran (dünne biologische Schutzfolie) ab. Die Membran schützt das Material, während der Körper darunter neuen Knochen bildet – ein Prozess, der mehrere Monate dauert. So kann der verlorene Knochen zumindest teilweise wieder aufgebaut werden und durch erneute Verwachsung (Re-Osseointegration) eine stabile Verbindung mit dem Implantat eingehen.

Wann operiere ich – und wann nicht?

Meine Entscheidungskriterien: Konservativ ausreichend bei Mukositis und früher Periimplantitis ohne tiefe Defekte. Chirurgisch notwendig bei Knochenabbau > 25 %, Sondierungstiefen > 6 mm trotz konservativer Therapie, oder bei Suppuration, die auf konservative Maßnahmen nicht anspricht. Explantation nur, wenn das Implantat mobil ist oder der Knochenabbau so weit fortgeschritten ist, dass eine Erhaltung keinen Sinn mehr hat.

Ist Periimplantitis heilbar?

Mukositis ist vollständig reversibel: Bei konsequenter Therapie und guter Mundhygiene kann das periimplantäre Gewebe ausheilen. Periimplantitis ist behandelbar: Der Knochenabbau kann gestoppt und in günstigen Fällen mindestens teilweise regeneriert werden. Aber: Verlorener Knochen wächst nicht immer vollständig nach. Der Langzeiterfolg Ihres Implantats hängt deshalb vor allem von der konsequenten Nachsorge ab.5

Vorsorge durch Nachsorge: So schützen Sie Ihr Implantat langfristig

Prävention ist der wichtigste Faktor für den Langzeiterfolg Ihrer Implantate. In der Leitlinie 2023 empfiehlt die Europäische Gesellschaft für Parodontologie (European Federation of Periodontology, EFP):3

Supportive Implantat-Therapie (SIT)

Das strukturierte Nachsorgeprogramm für Implantat-Patienten umfasst:

  • professionelle Reinigung der Implantate (Air-Flow, spezielle Küretten),
  • Messung der Sondierungstiefen an sechs Stellen pro Implantat,
  • BOP-Kontrolle,
  • Kontrolle auf Suppuration,
  • Röntgenkontrolle (bei Bedarf).

Frequenz: standardmäßig: alle 6 Monate; bei Risikopatienten z. B. Parodontitis-Vorgeschichte, Raucher, Diabetes: alle 3–4 Monate.

Häusliche Pflege

Ich rate meinen Patienten immer zu Interdentalbürsten. Sie sind bei einem Implantat noch wichtiger als Zahnseide – achten Sie auf die richtige Größe. Superfloss (spezielle Zahnseide) ist ideal für die Reinigung von Implantatbrücken. Und für das regelmäßige Putzen rate ich zu einer elektrischen Zahnbürste mit Drucksensor, damit Sie nicht zu fest aufdrücken.

Was kostet die Periimplantitis-Behandlung?

TherapieRichtwertErstattung GKVErstattung PKV
Konservative Therapie (Reinigung, Air-Flow, Antiseptika)ca. 200–500 €parodontale Grundleistung möglichja
Chirurgische Therapie (Access Flap + Implantoplastik/Augmentation)ca. 500–2.500 €neinje nach Tarif
SIT (Nachsorge pro Sitzung)ca. 80–200 €als Prophylaxe teilweiseja

Meine Einschätzung: Die Kosten für die regelmäßige Nachsorge (ca. 160–400 € pro Jahr) sind deutlich geringer als eine spätere chirurgische Periimplantitis-Therapie oder gar ein Implantatverlust mit erneuter Versorgung. Sie sind somit eine Investition in den langfristigen Erhalt Ihres Implantats.

Mein Fazit: Periimplantitis ist vermeidbar

Periimplantitis ist die häufigste Langzeitkomplikation einer Implantation – aber sie ist in den allermeisten Fällen vermeidbar – vor allem durch regelmäßige Nachsorge. Wer seine Implantate regelmäßig kontrollieren lässt und gründlich pflegt, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit jahrzehntelang Freude daran.

Wenn Sie Zeichen einer Entzündung bemerken – Zahnfleischbluten, Schwellung, Eiterung – zögern Sie nicht. Je früher eine Periimplantitis erkannt wird, desto besser die Behandlungsprognose.

Sorge um Ihr Implantat?

Vereinbaren Sie Ihren Beratungstermin – unverbindlich und ohne Warteschleife. Ich nehme mir Zeit für eine gründliche Diagnostik und unterstütze Sie gern.

Häufig gestellte Fragen zur Periimplantitis

Was ist Periimplantitis?
Periimplantitis ist eine bakterielle Entzündung des Gewebes um ein Zahnimplantat, die mit fortschreitendem Knochenabbau einhergeht. Sie ist die häufigste Langzeitkomplikation nach einer Implantation und betrifft 12–22 % aller Implantate.
Ist Periimplantitis heilbar?
Mukositis (Frühstadium ohne Knochenabbau) ist vollständig reversibel. Periimplantitis mit Knochenabbau ist behandelbar – der Knochenabbau kann gestoppt und in günstigen Fällen teilweise regeneriert werden.
Wie erkennt man Periimplantitis?
Frühzeichen: Zahnfleischbluten am Implantat, Rötung, Schwellung. Fortgeschritten: Eiterung, Zahnfleischrückgang, erhöhte Sondierungstiefe, Knochenabbau im Röntgenbild. Periimplantitis ist oft schmerzfrei – regelmäßige Kontrollen sind deshalb unverzichtbar.
Was kostet die Periimplantitis-Therapie?
Eine konservative Therapie kostet circa 200–500 €. Eine chirurgische Therapie etwa 500–2.500 € je nach Aufwand. Die GKV übernimmt parodontale Grundleistungen; chirurgische Periimplantitis-Therapie ist meist eine Privatleistung.
Wie beugt man Periimplantitis vor?
Durch konsequente häusliche Mundhygiene (Interdentalbürsten, Superfloss), regelmäßige professionelle Implantatreinigung (SIT alle 6 Monate, bei Risikopatienten alle 3–4 Monate), Nichtrauchen und Kontrolle von Grunderkrankungen wie Diabetes.
Was ist der Unterschied zwischen Mukositis und Periimplantitis?
Mukositis ist eine reversible Entzündung des Weichgewebes ohne Knochenabbau. Periimplantitis geht mit Knochenabbau einher und geht aus einer Mukositis hervor.
Muss bei Periimplantitis das Implantat entfernt werden?
Nicht zwangsläufig. In frühen und mittleren Stadien kann das Implantat durch konservative oder chirurgische Therapie erhalten werden. Eine Implantat-Entfernung ist erst im Endstadium nötig, wenn sich das Implantat lockert.
Was ist Implantoplastik?
Implantoplastik ist ein chirurgisches Verfahren, bei dem die freiliegende, raue Implantat-Oberfläche maschinell geglättet wird. Das reduziert die Biofilm-Anhaftung und verbessert die Langzeitprognose für Ihr Implantat.
Wie oft sollte ich zur Implantat-Nachsorge?
Standardmäßig sollten Sie alle 6 Monate zur Kontrolle. Bei Risikopatienten (Parodontitis-Vorgeschichte, Raucher, Diabetes) sind es alle 3–4 Monate. Die Nachsorge umfasst professionelle Reinigung, Sondierung und BOP-Kontrolle.
Wer behandelt Periimplantitis?
Eine konservative Therapie kann Ihr Hauszahnarzt durchführen. Eine chirurgische Periimplantitis-Therapie gehört in die Hände eines Spezialisten – idealerweise eines Fachzahnarztes für Oralchirurgie oder eines Parodontologen mit Erfahrung in Implantat-Revisionen.

Wissenschaftliche Quellen (8)

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Dr. Stefan Triebswetter – Fachzahnarzt für Oralchirurgie, Hamburg-Niendorf

Über den Autor

Dr. Stefan Triebswetter · Fachzahnarzt für Oralchirurgie

Dr. Stefan Triebswetter ist Fachzahnarzt für Oralchirurgie, Implantologe (M.Sc.) und Parodontologe (M.Sc.) in der Kieferchirurgie Hamburg-Niendorf. Seine Schwerpunkte sind Implantologie, Knochenaufbau und navigierte Chirurgie. Er ist Referent für Kieferchirurgie und Mitglied der DGI, DGZMK und des BDO.

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