Chirurgische Parodontitis­therapie in Hamburg

Ich bin Dr. Stefan Triebswetter, Fachzahnarzt für Oralchirurgie. Wenn die reguläre Parodontitis­behandlung nicht ausreicht – wenn Taschen zu tief bleiben und Knochen aufgebaut werden muss – übernehme ich die chirurgische Weiterbehandlung.

4,9 / 5 Sterne Fachzahnarzt für Oralchirurgie Lappen-OP und Knochen­regeneration
Dr. Stefan Triebswetter – Parodontitistherapie Hamburg
Fachzahnarzt für Oralchirurgie
Chirurgische Stufe-3-Therapie
Überweiser-Netzwerk
Kassenleistung seit 2021

Was ist Parodontitis?

Parodontitis – umgangssprachlich oft als „Parodontose" bezeichnet – ist eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparats. Bakterien im Zahnbelag greifen das Zahnfleisch an, bilden Zahnfleischtaschen und zerstören nach und nach den Knochen, der die Zähne hält. Unbehandelt führt Parodontitis zum Zahnverlust.1

Das Tückische: Parodontitis verläuft meist schmerzlos. Viele Betroffene bemerken sie erst, wenn das Zahnfleisch blutet, die Zähne sich lockern oder Mundgeruch auftritt. In Deutschland sind rund 10 Millionen Menschen an einer schweren Form erkrankt.1

Die Vorstufe heißt Gingivitis – eine Zahnfleischentzündung, die sich durch gründliche Mundhygiene und professionelle Reinigung noch vollständig zurückbildet. Wird sie nicht behandelt, kann sie in eine Parodontitis übergehen – und dann ist der Knochenabbau nicht mehr umkehrbar, nur noch aufhaltbar oder teilweise reparierbar.

Beratung Parodontitistherapie Hamburg

Woran erkenne ich Parodontitis?

Kommen Ihnen folgende Symptome bekannt vor? Dann sollten Sie zeitnah Ihren Zahnarzt aufsuchen:

Zahnfleischbluten

Beim Zähneputzen, beim Essen oder sogar spontan. Das häufigste Frühzeichen.

Rötung und Schwellung

Gesundes Zahnfleisch ist blassrosa und fest. Gerötetes, geschwollenes Zahnfleisch deutet auf eine Entzündung hin.

Mundgeruch

Anhaltender Mundgeruch trotz guter Mundhygiene kann auf Bakterien in tiefen Zahnfleischtaschen hinweisen.

Zahnfleischrückgang

Zähne wirken „länger", Zahnhälse liegen frei, empfindlich auf Kälte oder Wärme.

Lockere Zähne

Wenn sich Zähne bewegen oder verschieben, ist der Knochenabbau bereits fortgeschritten.

Eiterbildung

Eiter am Zahnfleischrand oder zwischen den Zähnen ist ein Zeichen für eine akute Infektion.

Wie wird Parodontitis eingeteilt? Staging und Grading

Seit 2018 klassifizieren Zahnärzte Parodontitis nach einem internationalen System, das den Schweregrad (Stadium) und die Fortschreitungsgeschwindigkeit (Grad) bestimmt.2 Diese Einteilung bestimmt, welche Therapie für Sie richtig ist.

I

Stadium I

Beginnend. Wenig Knochen­verlust, Taschen­tiefen bis 4 mm. Gut behandelbar durch Ihren Zahnarzt.

II

Stadium II

Mäßig. Moderate Knochen­schäden, Taschen bis 5 mm. Behandlung in Stufe 1–2 meist ausreichend.

III

Stadium III

Schwer. Erheblicher Knochen­verlust, Taschen ≥ 6 mm, Zahnverlust droht. Oft ist chirurgische Therapie nötig – hier komme ich ins Spiel.

IV

Stadium IV

Sehr schwer. Fortgeschrittener Knochen­verlust, Zahnlockerung, Zahn­wanderung. Chirurgische und prothetische Maßnahmen nötig.

Der Grad beschreibt, wie schnell die Erkrankung fortschreitet: Grad A (langsam), Grad B (mäßig) oder Grad C (rasch). Risikofaktoren wie Rauchen oder Diabetes können den Grad verschlechtern. Ihr Zahnarzt oder ich bestimmen Stadium und Grad anhand von Röntgenbildern, Taschenmessungen und Ihrer Krankengeschichte.

Parodontitistherapie: Schritt für Schritt nach Leitlinie

Seit Juli 2021 folgt die Parodontitisbehandlung in Deutschland einer neuen Richtlinie, die auf der S3-Leitlinie der DG PARO basiert.1 Die Therapie gliedert sich in vier Stufen – Ihr Zahnarzt beginnt, ich übernehme bei Bedarf die chirurgische Stufe 3.

1
Ihr Zahnarzt

Stufe 1: Mundhygiene und professionelle Reinigung

Ihr Zahnarzt klärt Sie über die Erkrankung auf, motiviert Sie zur verbesserten Mundhygiene und entfernt Zahnstein und Beläge oberhalb des Zahnfleischrands (professionelle mechanische Plaquereduktion, PMPR).

2
Ihr Zahnarzt

Stufe 2: Subgingivale Instrumentierung (Reinigung unterhalb des Zahnfleischrands) (AIT)

Bei Taschentiefen ≥ 4 mm reinigt Ihr Zahnarzt unter dem Zahnfleischrand – die sogenannte antiinfektiöse Therapie (AIT). Dabei entfernt Ihr Zahnarzt Biofilm (bakterieller Zahnbelag) und Konkremente (verhärtete Beläge) von den Wurzeloberflächen. Bei Bedarf werden zusätzlich lokal Antibiotika oder Chlorhexidin-Gel eingesetzt.

3
Bei mir

Stufe 3: Chirurgische Parodontitistherapie

Hier komme ich ins Spiel. Wenn nach Stufe 2 noch Taschen > 4 mm mit Blutung oder Taschen ≥ 6 mm bestehen, überweist Ihr Zahnarzt Sie zu mir. Ich führe dann chirurgische Eingriffe durch: Lappenoperationen, resektive (knochenglättende) oder regenerative (knochenaufbauende) Verfahren, um den Knochen zu stabilisieren oder wieder aufzubauen.1

4
Gemeinsam

Stufe 4: Unterstützende Parodontitistherapie (UPT)

Nach der aktiven Behandlung folgt die Nachsorge über mindestens 2 Jahre. Regelmäßige Kontrollen, Nachreinigungen und Taschenmessungen – je nach Schweregrad alle 3 bis 12 Monate. Diese Phase teilen sich Ihr Zahnarzt und ich.

Was passiert bei der chirurgischen Parodontitis­therapie?

Wenn die geschlossene Behandlung (Stufe 2) nicht ausreicht, muss ich unter Sicht arbeiten – das heißt, ich klappe das Zahnfleisch vorsichtig auf, um die Wurzeloberflächen und den geschädigten Knochen direkt zu sehen und zu behandeln. Klingt dramatisch, ist aber ein Routineeingriff unter örtlicher Betäubung.

Lappenoperation

Ich löse das Zahnfleisch vom Knochen, reinige die Wurzeloberflächen und den Knochendefekt unter direkter Sicht gründlich, und vernähe alles wieder. So erreiche ich Stellen, die bei der geschlossenen Behandlung nicht zugänglich waren.

Knochen­regeneration

Bei geeigneten Knochendefekten kann ich verlorenen Knochen teilweise wieder aufbauen. Dazu verwende ich Schmelz-Matrix-Proteine (Emdogain), Knochenersatzmaterial oder Membranen, die den Knochen zur Neubildung anregen.3

Resektive Eingriffe

Wenn Knochenregeneration nicht möglich ist, glätte ich die Knochenoberfläche, um die Taschentiefe zu reduzieren und das Zahnfleisch wieder eng am Knochen anliegen zu lassen. So lässt sich die häusliche Mundhygiene deutlich verbessern.

Warum zum Oralchirurgen?

Nicht jeder Zahnarzt führt parodontalchirurgische Eingriffe durch. Als Fachzahnarzt für Oralchirurgie bin ich auf operative Eingriffe im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich spezialisiert. Wenn Ihr Zahnarzt feststellt, dass eine chirurgische Parodontitistherapie nötig ist, überweist er Sie zu mir. Nach dem Eingriff betreue ich Sie gemeinsam mit Ihrem Zahnarzt in der Nachsorge.

Dr. Stefan Triebswetter – Oralchirurg Hamburg

Erfahrung, die zählt

Parodontalchirurgie ist für mich kein Nebengebiet, sondern fester Bestandteil meiner täglichen Arbeit. Ob Lappenoperation, Knochenregeneration oder die Versorgung komplexer Furkationsdefekte (Knochenabbau an Zahnwurzelgabelungen) – ich arbeite präzise, gewebeschonend und immer in enger Abstimmung mit Ihrem Zahnarzt.

Was mir wichtig ist: Sie verstehen, was ich tue und warum. Kein Eingriff ohne ausführliches Gespräch vorher.

Fachzahnarzt für Oralchirurgie Kieferchirurgie seit 1995 80+ Überweiser

Parodontitis und Allgemeingesundheit

Parodontitis ist keine reine Munderkrankung. Die chronische Entzündung beeinflusst den gesamten Körper – und umgekehrt können bestimmte Erkrankungen die Parodontitis verschlimmern:4

Diabetes

Die Verbindung ist bidirektional: Diabetes verschlechtert Parodontitis, und umgekehrt erschwert Parodontitis die Blutzuckereinstellung. Eine erfolgreiche Paro-Therapie kann den HbA1c-Wert (Langzeit-Blutzuckerwert) messbar verbessern.

Herz-Kreislauf

Parodontitis-Bakterien können über die Blutbahn Entzündungen in den Gefäßen fördern. Studien zeigen ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Schwangerschaft

Schwere Parodontitis kann das Risiko für Frühgeburten und niedriges Geburtsgewicht erhöhen. Eine Behandlung vor oder während der Schwangerschaft ist sinnvoll.

Rheumatoide Arthritis

Beide Erkrankungen teilen ähnliche Entzündungsmechanismen. Die Behandlung der einen kann die andere positiv beeinflussen.

Zahlt die Krankenkasse die Parodontitis­behandlung?

Seit dem 1. Juli 2021 ist die systematische Parodontitistherapie eine vollständige Kassenleistung der GKV – inklusive der Nachsorge (UPT) über 2 Jahre. Das war vorher nicht so und ist ein großer Fortschritt für Patienten.

Gesetzlich versichert (GKV)

Die Kasse übernimmt alle vier Therapiestufen – Diagnostik, AIT, chirurgische Eingriffe und UPT. Voraussetzung ist ein Antrag bei der Kasse, den Ihr Zahnarzt stellt. Die Genehmigung erfolgt in der Regel innerhalb weniger Tage.

Privat versichert (PKV)

Ihr Zahnarzt rechnet nach GOZ ab (Gebührenordnung für Zahnärzte). Seit 2021 bilden Analogziffern die neuen PAR-Leistungen in der GOZ ab. Die meisten Tarife decken die Behandlung vollständig ab – klären Sie das vorab mit Ihrer Versicherung.

Das sagen unsere Patienten

Ihre Fragen zur Parodontitistherapie

Was ist der Unterschied zwischen Parodontitis und Parodontose?

Im Volksmund verwenden viele beide Begriffe synonym. Fachlich korrekt ist „Parodontitis" – eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparats. „Parodontose" beschreibt eigentlich einen nicht-entzündlichen Knochenabbau, der extrem selten vorkommt. Wenn Ihr Zahnarzt von Parodontose spricht, meint er in aller Regel eine Parodontitis.

Woran erkenne ich Parodontitis?

Häufige Anzeichen sind Zahnfleischbluten beim Putzen, gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch, anhaltender Mundgeruch, freiliegende Zahnhälse und im fortgeschrittenen Stadium lockere Zähne. Da Parodontitis meist schmerzlos verläuft, entdecken Betroffene sie oft erst spät. Deshalb sind regelmäßige Zahnarztbesuche so wichtig.

Was ist Staging und Grading bei Parodontitis?

Seit 2018 teilen Zahnärzte Parodontitis nach einem internationalen System ein. Das Staging beschreibt den Schweregrad (Stadium I bis IV), das Grading die Fortschreitungsgeschwindigkeit (Grad A bis C). Beide zusammen bestimmen, welche Behandlung für Sie richtig ist. Bei Stadium III oder IV mit tiefen Taschen ist oft eine chirurgische Behandlung notwendig.

Wann brauche ich eine chirurgische Parodontitistherapie?

Wenn nach der geschlossenen Behandlung (Stufe 2) noch Taschen tiefer als 4 mm mit Blutung bestehen oder Taschen von 6 mm und mehr vorliegen. In diesem Fall überweist Ihr Zahnarzt Sie zu mir für die chirurgische Stufe 3 – Lappenoperationen, Knochenregeneration oder resektive Eingriffe.

Was passiert bei einer Lappenoperation?

Ich löse das Zahnfleisch unter örtlicher Betäubung vorsichtig vom Knochen, reinige die Wurzeloberflächen und den Knochendefekt unter direkter Sicht, und vernähe das Zahnfleisch wieder. So kann ich Stellen erreichen, die bei der geschlossenen Reinigung nicht zugänglich waren. Der Eingriff dauert je nach Umfang 30–60 Minuten pro Bereich.

Kann verlorener Knochen wieder aufgebaut werden?

Bei bestimmten Defektformen – insbesondere bei sogenannten vertikalen Knocheneinbrüchen – kann ich mit Schmelz-Matrix-Proteinen (Emdogain), Knochenersatzmaterial oder Membranen verlorenen Knochen teilweise regenerieren. Ob das in Ihrem Fall möglich ist, beurteile ich anhand der Röntgenbilder und des klinischen Befunds.

Wann überweist mein Zahnarzt mich zum Oralchirurgen?

In der Regel nach der Befundevaluation (BEV, Überprüfung des Behandlungsergebnisses) – also nachdem die geschlossene Behandlung (Stufe 2) abgeschlossen ist und überprüft wurde, ob Resttaschen bestehen. Wenn ja, überweist Ihr Zahnarzt Sie zu mir. Sie können aber auch direkt zu mir kommen, wenn Sie eine Zweitmeinung wünschen oder wenn Ihr Fall von Anfang an komplex ist.

Zahlt die Krankenkasse die Parodontitisbehandlung?

Ja. Seit Juli 2021 ist die gesamte systematische Parodontitistherapie eine Kassenleistung – alle vier Stufen inklusive der Nachsorge über 2 Jahre. Ihr Zahnarzt stellt den Antrag bei Ihrer Kasse. Auch die chirurgischen Eingriffe in Stufe 3 werden übernommen. Für bestimmte regenerative Materialien (z.B. Emdogain) können Zuzahlungen anfallen.

Wie lange dauert die gesamte Parodontitistherapie?

Die aktive Behandlung (Stufe 1–3) erstreckt sich über mehrere Monate – je nach Schweregrad. Danach folgt die unterstützende Parodontitistherapie (UPT) über mindestens 2 Jahre mit regelmäßigen Kontrollterminen. Parodontitis ist eine chronische Erkrankung: Auch nach Abschluss der UPT sollten Sie lebenslang regelmäßig zur Kontrolle gehen.

Ist eine Parodontitisbehandlung schmerzhaft?

Die chirurgischen Eingriffe führe ich unter örtlicher Betäubung durch – Sie spüren während des Eingriffs nichts. In den ersten Tagen danach kann es zu leichten Beschwerden und Schwellungen kommen, die mit Schmerzmitteln gut beherrschbar sind. Bei Bedarf biete ich auch Behandlung in Dämmerschlaf an.

Parodontitistherapie in Hamburg-Niendorf

Kieferchirurgie Niendorf

Dr. Triebswetter & Kollegen

Kollaustraße 239

22453 Hamburg

040 – 589 77 89 0

Öffnungszeiten

Mo – Do8:00 – 18:00 UhrFreitag8:30 – 14:00 Uhr

Wissenschaftliche Quellen zur Parodontitistherapie (4)

  1. 1
    Deutsche Gesellschaft für Parodontologie (DG PARO) & Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK). (2020). S3-Leitlinie: Die Behandlung von Parodontitis Stadium I bis III (AWMF-Reg.-Nr. 083-043). register.awmf.org
  2. 2
    Caton, J. G., Armitage, G., Berglundh, T., Chapple, I. L. C., Jepsen, S., Kornman, K. S., Mealey, B. L., Papapanou, P. N., Sanz, M. & Tonetti, M. S. (2018). A new classification scheme for periodontal and peri-implant diseases and conditions. Journal of Periodontology, 89(Suppl. 1), S1–S8. https://doi.org/10.1002/JPER.18-0157
  3. 3
    Sculean, A., Schwarz, F. & The European Workshop. (2015). Parodontale regenerative Therapie. In: Deutsche Zahnärztliche Zeitschrift. Einsatz von Schmelz-Matrix-Proteinen (Emdogain) und GTR-Membranen zur Knochenregeneration bei vertikalen Defekten.
  4. 4
    Sanz, M., Marco del Castillo, A., Jepsen, S.,2020. Periodontitis and cardiovascular diseases: Consensus report. Journal of Clinical Periodontology, 47(3), 268–288. https://doi.org/10.1111/jcpe.13189

Vereinbaren Sie Ihren Beratungstermin – ich beurteile Ihren Befund persönlich.

Ihr Zahnarzt hat Sie überwiesen, oder Sie möchten eine Zweitmeinung bei fortgeschrittener Parodontitis? Ich bespreche mit Ihnen, ob eine chirurgische Behandlung sinnvoll ist.

Dr. Stefan Triebswetter

Fachzahnarzt für Oralchirurgie · Kieferchirurgie seit 1995