Bisphosphonattherapie Hamburg
Bisphosphonattherapie und Kieferchirurgie: sichere Behandlung in Hamburg
Wenn Sie Bisphosphonate, Denosumab oder andere antiresorptive Medikamente einnehmen, erfordert jede kieferchirurgische Maßnahme besondere Vorsicht. In meiner Kieferchirurgie in Hamburg-Niendorf behandle ich Patienten unter Antiresorptiva-Therapie nach den Empfehlungen der aktuellen S3-Leitlinie der AWMF – mit antibiotischer Abschirmung, schonender Chirurgie und plastischer Deckung.

Grundlagen
Was sind Bisphosphonate und Antiresorptiva?
Bisphosphonate und Denosumab gehören zur Gruppe der Antiresorptiva – Medikamente, die den Knochenabbau hemmen. Ärzte setzen sie bei Osteoporose, Knochenmetastasen (v. a. Brust- und Prostatakarzinom), multiplem Myelom und Morbus Paget ein.1
Diese Medikamente stabilisieren den Knochen und sind für viele Patienten unverzichtbar. Gleichzeitig verändern sie den Knochenstoffwechsel im Kiefer: Der Knochen wird weniger durchblutet und heilt nach chirurgischen Eingriffen langsamer. In seltenen Fällen kann es zu einer medikamenten-assoziierten Kiefernekrose (MRONJ) kommen – einem Absterben von Kieferknochengewebe.2
Deshalb ist bei Patienten unter Antiresorptiva-Therapie eine enge Zusammenarbeit zwischen dem verordnenden Arzt, Ihrem Zahnarzt und mir als Kieferchirurg besonders wichtig. Ich behandle diese Patienten nach den Empfehlungen der aktuellen S3-Leitlinie der AWMF (Registernr. 007/091).

Medikamente
Welche Medikamente sind betroffen?
Wenn Sie eines der folgenden Medikamente einnehmen, informieren Sie mich bitte vor jeder Behandlung:
| Wirkstoff | Handelsname | Gabe | Typische Indikation |
|---|---|---|---|
| Alendronat | Fosamax® | oral, wöchentlich | Osteoporose |
| Risedronat | Actonel® | oral, wöchentlich | Osteoporose |
| Ibandronat | Bonviva®, Bondronat® | oral oder i.v. | Osteoporose |
| Zoledronat | Zometa®, Aclasta® | i.v. | Knochenmetastasen, Osteoporose |
| Pamidronat | Aredia® | i.v. | Knochenmetastasen |
| Clodronat | Bonefos® | oral oder i.v. | Knochenmetastasen |
| Denosumab | Prolia® | s.c., alle 6 Monate | Osteoporose |
| Denosumab | Xgeva® | s.c., alle 4 Wochen | Knochenmetastasen |
Wichtiger Unterschied: Bisphosphonate lagern sich im Knochen ein und wirken noch zehn bis zwölf Jahre nach dem Absetzen nach. Denosumab wirkt über das Blutserum und hat eine Halbwertszeit (Zeitraum, in dem die halbe Wirkstoffmenge abgebaut ist) von nur 24 bis 26 Tagen – nach 6 Monaten Therapiepause gilt das Risiko einer Kiefernekrose als nicht mehr vorhanden.2
Kiefernekrose (MRONJ)
Was ist eine medikamenten-assoziierte Kiefernekrose?
Eine medikamenten-assoziierte Kiefernekrose (englisch: MRONJ – Medication-Related Osteonecrosis of the Jaw) ist eine seltene, aber ernste Nebenwirkung von Antiresorptiva. Der Kieferknochen erhält nicht mehr ausreichend Blutversorgung, stirbt ab und liegt frei – meistens nach einem zahnärztlichen Eingriff.3
Die Diagnose erfordert, dass alle drei folgenden Kriterien erfüllt sind: Mehr als 8 Wochen freiliegender oder sondierbarer Kieferknochen, Antiresorptiva in der Anamnese, und keine Kopf-Hals-Bestrahlung in der Vorgeschichte.
Die gute Nachricht: Durch konsequente Prophylaxe – vor, während und nach der Antiresorptiva-Therapie – lässt sich das Risiko einer Kiefernekrose erheblich senken. Genau hier liegt meine Aufgabe als Oralchirurg.
Risikobewertung
Ihr individuelles Risikoprofil
Das Risiko einer Kiefernekrose hängt davon ab, warum und wie hoch dosiert Sie Antiresorptiva erhalten:2
Osteoporose
Orale Bisphosphonate (z. B. Fosamax®) oder Denosumab 60 mg alle 6 Monate (Prolia®). Kiefernekrose-Risiko sehr gering.
Sekundäre Osteoporose + Begleitmedikation
Bisphosphonate in Kombination mit Immunmodulatoren oder bei Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus.
Knochenmetastasen / Multiples Myelom
Hochdosiertes Zoledronat i.v. (Zometa®) alle 4 Wochen oder Denosumab 120 mg (Xgeva®). Kiefernekrose-Risiko deutlich erhöht.
Welchem Risikoprofil Sie zugeordnet werden, bespreche ich mit Ihnen persönlich – immer in Abstimmung mit Ihrem verordnenden Arzt (Onkologe, Internist, Orthopäde).
Vor der Antiresorptiva-Therapie
Zahnsanierung VOR Therapiebeginn
Bevor Ihr Arzt mit der Antiresorptiva-Therapie beginnt, sollte Ihr Kiefer entzündungs- und reizfrei sein. In vier Schritten stelle ich sicher, dass Ihr Kiefer bereit ist – denn ein sanierter Kiefer senkt das Risiko einer späteren Kiefernekrose erheblich.2
1Entzündungsherde suchen
Ich untersuche Ihren Kiefer gründlich und fertige bei Bedarf ein Röntgenbild (OPG (Panoramaröntgen) oder DVT (digitale Volumentomografie, 3D-Röntgen)) an, um verborgene Entzündungsherde zu finden.
2Nicht erhaltungswürdige Zähne entfernen
Nicht erhaltungswürdige Zähne, Wurzelreste und teilretinierte Weisheitszähne mit Entzündungszeichen entferne ich vor Therapiebeginn.
3Zähne sanieren und Prothesen anpassen
Ihr Hauszahnarzt versorgt kariöse Zähne, behandelt Parodontitis und passt Prothesen an, um Druckstellen zu vermeiden.
4Kiefer als reizfrei freigeben
Nach Abschluss der Sanierung bestätige ich Ihrem verordnenden Arzt, dass der Kiefer reizfrei ist und die Therapie beginnen kann.
Wichtig bei Osteoporose-Patienten: Der Beginn der Osteoporose-Behandlung (niedriges Risikoprofil) soll laut S3-Leitlinie nicht durch zahnärztliche Maßnahmen verzögert werden. Die Sanierung kann hier auch parallel beginnen.2
Während der Antiresorptiva-Therapie
Chirurgische Behandlung unter Antiresorptiva: mein Vorgehen
Wenn während Ihrer Antiresorptiva-Therapie ein kieferchirurgischer Eingriff nötig wird (z. B. Zahnextraktion, Wurzelspitzenresektion, Zystenentfernung), gehe ich in fünf Schritten nach einem strengen Protokoll gemäß der S3-Leitlinie vor:2
Mit Ihrem Arzt abstimmen
Ich nehme Kontakt mit Ihrem verordnenden Arzt auf und kläre Ihr Risikoprofil, die Dauer und Art der Medikation.
Antibiotika vorbeugend verordnen
Ab dem Tag vor dem Eingriff erhalten Sie ein Antibiotikum (z. B. Amoxicillin 1000 mg 3× täglich). Die Einnahme läuft bis zum Abklingen klinischer Infektionszeichen – mindestens bis zur Nahtentfernung.2
Schonend operieren
Ich arbeite so schonend wie möglich. Scharfe Knochenkanten glätte ich sorgfältig (Dekortikation). Kein Knochen bleibt frei.
Wunde plastisch mit Schleimhautlappen decken
Die Wunde verschließe ich mit einem Mukoperiostlappen (einem Schleimhautlappen mitsamt Knochenhaut) – speicheldicht und spannungsfrei vernäht. Kein freiliegender Knochen. Das ist die wichtigste Maßnahme zur Prävention einer Kiefernekrose.
Engmaschig nachsorgen
Flüssige oder passierte Kost bis zur Nahtentfernung (frühestens nach zehn Tagen). Engmaschige Kontrollen bis zur vollständigen Schleimhautheilung.
Betäubung
Betäubung bei Antiresorptiva-Patienten
Implantate
Sind Zahnimplantate bei Bisphosphonat-Patienten möglich?
Die S3-Leitlinie rät zur differenzierten Betrachtung: Je höher das Risikoprofil, desto strenger die Indikationsstellung.2
Niedriges Risikoprofil
Implantation grundsätzlich möglich – unter antibiotischer Prophylaxe, plastischer Deckung und verlängerter Einheilzeit. Der Patient muss über das individuelle Kiefernekrose-Risiko und die Notwendigkeit regelmäßiger Nachsorge aufgeklärt werden.
Hohes Risikoprofil
Implantation nur nach strenger Indikationsprüfung. Knochenaufbau (Augmentation) sollte bei antiresorptiver Therapie vermieden oder besonders kritisch geprüft werden. Alternative: konventioneller Zahnersatz.
Drug Holiday
Muss ich mein Medikament vor einer Zahn-OP absetzen?
Die S3-Leitlinie gibt hierzu keine eindeutige Empfehlung für oder gegen eine Therapieunterbrechung („Drug Holiday") vor chirurgischen Kiefereingriffen (Empfehlungsgrad C).2
Bitte setzen Sie Ihre Medikamente niemals eigenmächtig ab. Ob eine Therapiepause sinnvoll ist, entscheidet ausschließlich Ihr verordnender Arzt in Absprache mit mir. Bei Denosumab ist zu beachten, dass nach Absetzen ein sogenannter Rebound-Effekt (beschleunigter Knochenabbau nach Therapieende) auftreten kann.

Ihr Chirurg
Bisphosphonat-Patienten beim Oralchirurgen
Die Behandlung von Patienten unter Antiresorptiva erfordert ein durchdachtes Protokoll: Abstimmung mit dem verordnenden Arzt, antibiotische Abschirmung, atraumatische (gewebeschonende) Chirurgie, plastische Deckung und engmaschige Nachsorge. In meiner Praxis in Hamburg-Niendorf führe ich regelmäßig Zahnextraktionen, Wurzelspitzenresektionen und andere Eingriffe bei Bisphosphonat-Patienten durch – nach den Empfehlungen der aktuellen S3-Leitlinie.
Recall-Intervalle
Nachsorge: so oft sollten Sie zur Kontrolle
Die S3-Leitlinie empfiehlt risikoangepasste Kontrollintervalle:2
Patientenstimmen
Das sagen unsere Patienten
Schon der erste Kontakt war ausgesprochen positiv. Frau Richter am Empfang ist eine unglaublich freundliche, zuvorkommende, hilfsbereite und kompetente Sprechstundenhilfe. Sie hat mich sowohl vor Ort als auch telefonisch vorab und auch postoperativ sehr gut beraten, informiert und betreut. Das hat mir in einer für mich wirklich schwierigen Situation enorm geholfen und viel Sicherheit gegeben.
Der eigentliche Eingriff bei Frau Dr. Sistenich war ebenfalls sehr gut.
Im Vorfeld hatte ich durchaus Angst, insbesondere davor, dass die Lokalanästhesie eventuell nicht richtig wirken könnte und ich erneut ähnlich starke Schmerzen wie zuvor bei der abzessartigen Entzündung am Nerv erleben müsste, die letztlich auch der Grund für den Eingriff war.
Diese Sorge hat sich jedoch absolut nicht bestätigt. Die Betäubung wurde perfekt gesetzt. Natürlich ist so eine Behandlung nicht angenehm, aber ich habe es mir deutlich schlimmer vorgestellt. Frau Dr. Sistenich war sehr ruhig, freundlich, empathisch und professionell, sodass ich mich während des gesamten Eingriffs gut aufgehoben gefühlt habe.
Vielen Dank an das gesamte Team für die tolle Betreuung. Ich kann diese Praxis wirklich uneingeschränkt weiterempfehlen.
Gestern wurden mir von Dr. Hildebrandt zwei Backenzähne entfernt - in Narkose, da ich Angstpatientin bin.
Termin super pünktlich gestartet, sehr, sehr nettes Personal am Empfang und der Narkosearzt war sehr emphatisch und hat alles toll erklärt.
Dr. Hildebrandt hat wirklich unglaublich gute Arbeit geleistet. Zwei Zähne aus der hintersten Ecke raus genommen, KEINE Schmerzen, nachdem die Betäubung abgeklungen war, keine Schwellung - nix! Er hat wahrlich ein Wunder vollbracht und mir somit noch einmal mehr ein Stück weit die Angst vor Zahnbehandlungen genommen.
Danke an das komplette Team!
Ich werde euch definitiv weiter empfehlen!!!
Häufige Fragen
Häufig gestellte Fragen zur Bisphosphonattherapie
Bisphosphonate und Denosumab sind Medikamente, die den Knochenabbau hemmen. Ärzte setzen sie bei Osteoporose, Knochenmetastasen und anderen Knochenerkrankungen ein. In der Fachsprache heißen sie Antiresorptiva.
Antiresorptiva hemmen den Knochenstoffwechsel im Kiefer. Nach chirurgischen Eingriffen heilt der Knochen schlechter und es kann in seltenen Fällen zu einer Kiefernekrose kommen – einem Absterben von Kieferknochengewebe.
MRONJ steht für „Medication-Related Osteonecrosis of the Jaw" – eine medikamenten-assoziierte Kiefernekrose. Sie ist definiert als mehr als 8 Wochen freiliegender Kieferknochen bei Patienten, die Antiresorptiva einnehmen und keine Kopf-Hals-Bestrahlung hatten.
Bisphosphonate (Fosamax®, Zometa®, Bonviva®, Actonel®, Bondronat®, Aredia®, Bonefos®, Aclasta®), Denosumab (Prolia®, Xgeva®) sowie in Kombination bestimmte Tumortherapeutika (Avastin®, Sutent®, Afinitor®).
Alle notwendigen zahnärztlichen und kieferchirurgischen Behandlungen sollten vor Therapiebeginn abgeschlossen sein: Zahnentfernungen, Kariessanierung, Parodontitisbehandlung, Prothesenanpassung. Ein entzündungsfreier Kiefer senkt das Nekrose-Risiko erheblich.
Ja – unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen: antibiotische Abschirmung, atraumatische Vorgehensweise, Glättung der Knochenkanten und plastische Deckung der Wunde mit einem Mukoperiostlappen. Ich arbeite nach dem Protokoll der S3-Leitlinie.
Bei niedrigem Risikoprofil (Osteoporose) unter bestimmten Voraussetzungen ja – mit Antibiotika-Prophylaxe und verlängerter Einheilzeit. Bei hohem Risikoprofil (Knochenmetastasen) ist die Indikation streng zu prüfen.
Die S3-Leitlinie gibt keine eindeutige Empfehlung für oder gegen eine Therapiepause. Setzen Sie Ihr Medikament niemals eigenmächtig ab – das entscheidet ausschließlich Ihr verordnender Arzt in Absprache mit mir.
Je nach Risikoprofil: bei niedrigem Risiko alle 12 Monate, bei mittlerem Risiko alle 6 Monate, bei hohem Risiko alle 3 Monate. Die Kontrolle umfasst eine orale Inspektion und ggf. Röntgendiagnostik.
Bisphosphonate lagern sich im Knochen ein und wirken noch zehn bis zwölf Jahre nach dem Absetzen nach. Denosumab wirkt im Blut mit einer Halbwertszeit von nur 24 bis 26 Tagen. Nach 6 Monaten Denosumab-Pause gilt das Kiefernekrose-Risiko als nicht mehr vorhanden – allerdings kann es zu einem Rebound-Effekt am Knochen kommen.
Standort
Bisphosphonattherapie in Hamburg-Niendorf: so finden Sie uns
Öffnungszeiten
Wissenschaftliche Quellen zur Bisphosphonattherapie (4)
- 1Schwenzer, N. & Ehrenfeld, M. (Hrsg.). (2019). Zahnärztliche Chirurgie (5., unveränderte Aufl.). Thieme. https://doi.org/10.1055/b-006-164740
- 2Schiegnitz, E., Al-Nawas, B. et al. (2018). S3-Leitlinie: Antiresorptiva-assoziierte Kiefernekrosen (AR-ONJ). AWMF-Registernr. 007/091. Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG). https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/007-091
- 3Ruggiero, S. L., Dodson, T. B., Aghaloo, T., Carlson, E. R., Ward, B. B. & Kademani, D. (2022). American Association of Oral and Maxillofacial Surgeons' Position Paper on Medication-Related Osteonecrosis of the Jaws – 2022 Update. Journal of Oral and Maxillofacial Surgery, 80(5), 920–943. https://doi.org/10.1016/j.joms.2022.02.008
- 4Eufinger, H., Kübler, A. & Schliephake, H. (Hrsg.). (2021). Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie: Operationslehre und -atlas (5. Aufl.). Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-662-58984-7
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Dr. Stefan Triebswetter
Fachzahnarzt für Oralchirurgie · Kieferchirurgie seit 1995
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